Chronik des Vereins

Der Angelsportverein Bochum Ruhr blickt auf mehr als 70 Jahre Vereinsgeschichte zurück.

Insgesamt gesehen, sind diese 7 Jahrzehnte voller Probleme, Sorgen, aber auch voller erfreulicher Ereignisse, die diesen Verein zu einer fest gefügten Gemeinschaft haben zusammen wachsen lassen.
Ganz exakt lassen sich, wenn man auf historische Genauigkeit Wert legt, die Anfangsjahre nicht mehr rekonstruieren. Den wackeren Vereinsgründern war es wohl wichtiger, sich auf ihre geliebte Angelei oder auf ein zünftigen Skat zu konzentrieren, als sich der schriftlichen Festlegung der ohnehin nur schwerlich tröpfelnden Vereinsgeschehen zu widmen.
Da zudem noch, wohl in Folge der Kriegsereignisse, die wenigen Unterlagen spurlos verschwanden, sind wir bei der Rekonstruktion der Gründerjahre weitgehend auf die Aussagen von einigen überlebenden Zeitgenossen aus diesen Jahren angewiesen.
Eine sehr wesentliche Rolle in der Vereinsgeschichte hat von Anfang an die Familie Behrenbeck gespielt. Ein Teil der Gewässerstrecke wurde von ihr an den ASV Bochum Ruhr verpachtet; darunter der in früheren Jahren für den Verein so wichtige Behrenbecksche Graben. Außerdem wurde das Wirtshaus Behrenbeck für Jahrzehnte das Vereinslokal.
Der neu gegründete Verein- er gab sich den Namen Angelsportvereinigung Bochum- Herbede, weil einige seiner ersten Mitglieder aus Herbede stammten – entstand als Ableger, der damals schon einige Jahre bestehenden Angelsportvereinigung Welper-Blankenstein (heute ASV „Henrichshütte“ Hattingen). Dem Welperaner Verein unter seinem damaligen Vorsitzenden Schäfer war einfach die Gewässerstrecke bis Witten zu lang, so kam es am 27.10.1935 zu der bewussten Aufteilung. Einige Namen der Gründer, neun sollen es an der Zahl gewesen sein, wurden genannt, aber ob alles so genau stimmt, dafür kann man sich nicht verbürgen.
Zu den ersten Mitgliedern gehörte Hermann Sumpf, von dem bekannt ist, dass er auch schon viele Jahre vorher die Strecke beangelte, weitere Namen sind Jekel, der auch bis Kriegsende als Vorsitzender fundierte, Eugen Scherkenbach und Hans Schneider aus Herbede, Heinrich Tüselmann, als Kassierer, später Fischereiaufseher, ein gewisser Eisenberg, ebenso Isenburg, Fritz Hoffmann aus Stiepel, Jankowski, Gustav Weise, Schriftführer Hans Lienau und Erich Stieglitz mit Vater und Großvater.
Bis Ende des 2. Weltkrieges wuchs das wackere Häuflein bis auf 20 Mitglieder, und dann ging es mit der Mitgliederzahl immer rascher aufwärts.
Das Protokoll der ersten Versammlung nach dem Kriege vom 23.09.1945 vermerkt, dass Möller zum Vorsitzenden gewählt wurde.
Bis 1952 erfolgten weitere Vorsitzende. Dann wurde Heinz Kuhnert gewählt. Er führte den Verein 30 Jahre lang.
Ebenfalls nach dem Kriege, im Jahre 1949 wurde der Verein unter der Nr. 507 des Vereinsregister beim Amtsgericht Bochum eingetragen. Einige Zahlen seien genannt, die danach seinen Wachstum bezeugen: 1951 waren es 61 Mitglieder, 1954 bereit 87, davon 11 Jugendliche und so ging es zügig aufwärts. Im Jahre 1954 wurde durch eine Satzungsänderung der Status des inaktiven Mitglieds eingefügt, das keine Anwesenheitspflicht bei den Versammlungen (damals noch 10 pro Jahr) hatte, dafür aber einen erhöhten Beitrag zahlen musste. Alle, die dem Verein allmählich zuwachsenden Verpflichtungen brachten natürlich auch eine erhebliche Steigerung der Mitgliedsbeiträge mit sich. Verbandsbeiträge, Pflichtbeitrag an die Ruhrfischereigenossenschaft, erheblich steigende Ausgaben für Fischbesatz sowie das Vereinsheim machten dies unumgänglich.
Es wird sicher interessieren, wie bescheiden der Verein 1935 anfing:
12 Reichsmark waren damals der Jahresbeitrag für Erwachsende und 1,20 Reichsmark für Jugendliche – es war einmal! –
Das steigende Interesse am Angelsport erforderte 1961 eine erneute Satzungsänderung. Unser Verein zählte damals 112 aktive Mitglieder. Pro km- Uferstrecke durfte er jedoch nur 10 Jahresscheine ausgeben, also insgesamt etwa 100 Stück (die Gräben eingerechnet). Als Lösung des Dilemmas wurde die passive Mitgliedschaft eingeführt. Passive Mitglieder zahlten einen erniedrigten Beitragssatz, sie erhielten kein Jahresschein, sondern fischten mit Tagesschein zu ermäßigten Gebühren. In den Versammlungen hatten sie kein Stimmrecht, sonst hätten sie wohl bald die aktiven überstimmen können, so stark wuchs ihre Zahl. Stattdessen gab es einige Jahre lang eigene passiven Versammlungen. Überhaupt wurde mit der Zeit die Versammlungen zum Problem; bei der großen Mitgliederzahl platzte die Behrenbecksche Gaststube aus allen Nähten, und 1963 fand die Jahreshauptversammlung erstmals im größeren Saal Mayer Bäumler statt.
Eine einschneidende Veränderung im Vereinsleben bedeuteten 1963/ 1964 die Einführung der Sportfischereiprüfung. Wir taten das zunächst freiwillig, bevor 1973 die Prüfung auch durch das Landesfischereigesetz vorgeschrieben wurde. Im gleichen Jahr trat auch das neue Wassergesetz in Kraft, wodurch es möglich wurde, mit erheblich verschärften Bestimmungen den Abwassersündern zu Leibe zu rücken. Das wirkte sich auch für uns zunächst darin aus, dass wir das Wassergewinnungsgelände südlich der Kemnader Brücke nur mit einem jährlich zu erneuernden Gesundheitspass betreten durften. Inzwischen wurde diese Bestimmung aber wieder aufgehoben. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass wir in jedem Frühjahr, nach Ablauf des Hochwassers in freiwilligem Einsatz die Ufer des Stausees und der Ruhr von angeschwemmten Dreck und Unrat reinigen. Wir tun das in Absprache mit der Wasserbeschaffung Mittler-Ruhr (WMR) und der Freizeit Kemnade GmbH (FZK).
Das Ergebnis sind immer viele Lkw-Ladungen Abfall in kaum vorstellbarer Menge und Zusammensetzung.
Das Jahr 1970 markiert mit einer weiteren Satzungsänderung gewisser Maßen den Eintritt der Vereinsgeschichte in die „Neuzeit“. Die passive Mitgliedschaft wurde aufgehoben, die ehemaligen Passiven wurden gleichberechtigte aktiver Mitglieder. Die Vergabe der Ruhrjahresscheine richtet sich nunmehr ausschließlich nach der Dauer der Vereinszugehörigkeit. Außerdem war der Zeitpunkt gekommen, die Namensgebung unseres Vereins zu überdenken. Mitte der 60er Jahre hatte sich nämlich der ASV Bochum gegründet. Mancher Uneingeweithe hielt uns für einen Vorort- Verein; Bochum-Herbede.
Um uns genau mit unserem Standort zu identifizieren, gaben wir uns unseren heutigen Namen:
Angelsportverein Bochum Ruhr 1935 e. V.
 
Mit dem Bau des Kemnader Sees und der Errichtung unseres Vereinsheim brachten die 70er Jahre entscheidende Veränderung, die die Gegenwart unseres Vereins bestimmen. Diese Epoche der Entwicklung zum modernen Großverein ist untrennbar, mit dem Wirken des späteren Ehrenvorsitzenden Heinz Kuhnert verbunden. Als er 1982 nach 30- jähriger Amtsführung den Vereinsvorsitz weiter gab, waren alle wichtigen Verträge und Vereinbarungen unter Dach und Fach. Die Weichen für den Bestand und die Weiterentwicklung des Vereins waren gestellt. Heinz Kuhnert hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Angelsportverein Bochum Ruhr alle Hürden und Klippen überwunden hat und heute ein Verein ist, der mit seinem Gewässer und seinem schönen Vereinsheim zufrieden auf die Vergangenheit und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken darf.
Die nächste entscheidende Veränderung im Vereinsleben fand im Jahr 2000 statt. Es wurde unter dem Stichwort „der gläserne Verein“ ein Satzungs- und Regelwerk beschlossen, dass bis zum heutigen Tage gilt und jedem Vereinsmitglied alle Fragen beantwortet. Daher der Name der ASV von A – Z.